Begleitete Umgangskontakte
Jedes Kind hat ein Recht auf Kontakt mit seiner Herkunftsfamilie. Und jeder Elternteil hat bis auf Weiteres das Recht auf Kontakt zum Kind – auch, wenn dieses vorübergehend nicht mehr in der Familie leben kann oder darf. Vor allem in Situationen, wie sie uns in unserer Arbeit immer wieder begegnen, kann diese Selbstverständlichkeit auch mal in Frage gestellt sein.

Umgang um jeden Preis?
So kann es passieren, das ein Kind sich mit allen Mitteln wehrt, seine Eltern zu treffen, es sogar erkrankt oder andere Auffälligkeiten zeigt. Oder die Pflegeeltern wissen um Gewalttaten, die in der Ursprungsfamilie am Kind verübt wurden und können nicht verstehen, warum ein Kontakt zu den mutmaßlichen „Tätern“ verpflichtend sein kann.
Das Thema Umgangskontakt kann sensibel und emotional belastend sein. genau deshalb finden diese Besuchskontakte ausschließlich unter professioneller Begleitung mit einem unserer Familienberater und ausschließlich in unseren Räumlichkeiten statt. Die Pflegeeltern sind hierbei nicht anwesend. Auf diese Weise ist das Kind in einem geschützten Umfeld mit seiner Familie, ohne dabei zwischen zwei Parteien agieren zu müssen.
Es geht nicht immer
Ausnahmen bestimmen die Regel. Es ist möglich, das gravierende Ereignisse in der Familie ein gerichtliches Aussetzen des Umgangskontaktes zur Folge hat. Vor allem bei Opfern sexuellen Missbrauches arbeiten wir intensiv daran, einen erneuten Täterkontakt zu vermeiden. Bis es jedoch eine gerichtliche Anordnung gibt, kann viel Zeit vergehen, in der alle Beteiligten verpflichtet sind, an Hilfeplanungsgesprächen und Umgangskontakten mitzuwirken.

Nach dem Kontakt ist vor dem Kontakt
Die Folgen eines Treffens mit den Kindeseltern können von Freude und Beruhigung eines Kindes bis hin zu Verhaltensauffälligkeiten, Wut- und Angstzuständen gehen. Diese Situationen im Nachgang aufzufangen, ist wiederum die Aufgabe der Bereitschaftspflege Familie. Und das ist schwer. Um dieser Belastung, aufkommenden Fragen und eventuellen Fehlentscheidungen entgegenzuwirken, stehen wir im engen Austausch mit unseren Familien und geben regelmäßige Schulungen rund um die Themen Beobachtung, Sicherheit, Gewalt an Kindern und mehr.